Ich denke, also trinke ich — oder war es andersherum? In der Denkbar in Frankfurt spielt diese Frage keine Rolle, weil beides gleichzeitig passiert.
Das Konzept ist so simpel wie kühn: Die Bar hat kein Musikprogramm. Stattdessen gibt es jeden Abend eine Frage, die an der Tafel über dem Tresen steht. »Kann man sich selbst täuschen?« »Was schulden wir der Zukunft?« »Ist Einsamkeit wählbar?« Die Gäste reden. Manchmal miteinander. Manchmal mit sich selbst.
Der Barkeeper — ein Philosophiestudent im fünfzehnten Semester, der nicht aufhören kann — mischt Drinks, die nach Philosophen benannt sind. Der »Kierkegaard« ist bitter und süß zugleich. Der »Nietzsche« ist stark genug, um Überzeugungen zu erschüttern.
Wer nur trinken will, ist auch willkommen. Aber irgendwann denkt man doch.