Wer die Abbildbar betritt, trifft sofort sich selbst. Und zwar mehrfach — die Spiegel an allen vier Wänden, der Decke und stellenweise auch dem Boden sorgen dafür, dass man nie allein ist. Auch wenn man allein ist.
Die Gründerin, eine ehemalige Porträtfotografin namens Vera, wollte einen Ort schaffen, an dem die Selbstwahrnehmung zur Kunstform wird. »Wir sind alle Porträts, die noch gesucht werden«, sagt sie und meint es ernst.
Die Cocktailkarte ist nach fotografischen Begriffen benannt: »Belichtungszeit«, »Tiefenschärfe«, »Überbelichtet«. Letzterer ist der stärkste. Das Licht ist so gesetzt, dass jeder Gast im bestmöglichen Winkel beleuchtet wird — warm, weich, schmeichelnd.
Es heißt, manche Stammgäste kämen nur her, um sich anzuschauen. Nicht aus Narzissmus, sondern weil sie sich nirgendwo sonst so klar sehen.