Die Abhörbar in Berlin-Mitte ist entweder ein sehr seltsamer Scherz oder eine sehr ernste Aussage über die Gegenwart. Vielleicht ist es beides.
An den Wänden hängen Abhörgeräte aus den 1960ern bis 1980ern — Bandaufnahmegeräte, Wanzen in Taschenformat, Richtmikrofone. Alles Attrappen, versichert die Besitzerin Marta. »Oder?«, fügt sie mit einem Lächeln hinzu, das nicht ganz eindeutig ist.
Die Gäste flüstern am Anfang, ohne es zu merken. Dann lachen sie darüber, dass sie flüstern. Dann reden sie lauter als sonst, wie aus Protest. Dann flüstern sie wieder.
Auf der Karte: »Das wissen Sie, bevor Sie bestellen«, steht als Präambel. Dann folgen Drinks mit Namen wie »Stille Post«, »Aktenzeichen« und »Protokoll«. Der Barkeeper heißt Klaus-Dieter. Er sagt wenig.